Eigenleistung auf der Baustelle – Blognutzer

Eigenleistung auf der Baustelle

Sehr motiviert sind wir an das Thema Eigenleistungen beim Bauen herangegangen. Anfangs war das recht übersichtlich. Der Müll musste raus aus der übernommenen Immobilie. Es gab diverse Schrankeinbauten und Dinge, die so liegenbleiben bei einem Auszug. Darunter seltsame Chemikalien und ein so alter Feuerlöscher, dass dieser nur über eine Sonderentsorgung loszuwerden war. Dann kamen die Tapeten dran. Mit Einweichen und Abspachteln waren wir einige Wochen gut beschäftigt.

Eigenleistung Altlasten

Bereits vor dem Kauf investierten wir Zeit in die Altlasten. Zuerst ging es um die Einschätzung, welche Gefahrenquellen uns bei dem Objekt begegnen könnten. Wir prüften Bauunterlagen bei den Baubehörden, recherchierten beim Vorbesitzer, bei den Nachbarn und in den Hausunterlagen. Es mussten Proben genommen und in Labore verbracht werden, Ergebnisse bewertet und Beseitigungskosten eingeschätzt werden. Neben der Beseitigung von flüssigem Formaldehyd, Halonlöscher und Bariumsulfat hatten wir es mit Asbest und Blei zu tun.

Eigenleistung Festlegung der Baumaterialien

Leider viel zu spät begannen wir die Baumaterialien auszusuchen. Lange vor Baubeginn hätten wir gut Zeit gehabt für Recherchen zu schadstoffgeprüften Baustoffen. Unsere Zeitplanung war deutlich verbesserungswürdig. Wir hätten Türen aussuchen und Böden festlegen können. Gerade auch die Badplanung hätte mit mehr Zeit bessere Ergebnisse bringen können. Konkret begannen wir eigentlich erst mit Baubeginn zu recherchieren. Dann, als die Baufirma danach fragte, welchen Putz wir haben wollten, wie die Böden verarbeitet werden sollten und welchen Trockenbau wir haben wollten. So hetzte die Recherche in langen Nächten dem dauernden Baufortschritt hinterher. Viele Stunden Eigenleistung stecken in diesen Entscheidungen. Hinzu kamen noch Fahrdienste zu verschiedenen Verkaufsstellen.

Eigenleistung Kabel verlegen

Unser großes Ziel war es die Elektrik selbst zu erneuern. Steckdosen und Lampen planen, Schlitze hacken, Kabel ziehen und Elektrokasten setzten. Die Planung war noch leicht getan und angezeichnet. Das Hacken ging los. Nach einigen Tagen taten uns die Handgelenke weh. Nach weiteren Tagen war der Schmerz unerträglich. Wir organisierten schwereres Gerät, aber es half nichts. Wir mussten die Handwerkerfirma bitten, weitere Schlitze zu ziehen. Das Einbringen der Kabel funktionierte im Gleichklang mit den neuen Trockenbauwänden wieder ganz gut. Das setzten der Schaltkästen hingegen frass Zeit, weil es eine konzentrierte Arbeit war und die sonstigen Gewerke auf der Baustelle für dauernde Ablenkung sorgten. Zum Einzugstermin hin kamen der Bautrupp auch Samstags, so dass für uns nur einzelne Sonntage blieben. Unterbrochen wurden die Tätigkeiten immer wieder von großflächigen Bodenarbeiten. Zum Einzug funktionierten die wichtigsten Steckdosen und Lampen. Es dauerte allerdings noch einige Wochen, bis die Elektrik fertig war.

Eigenleistung Ordnung auf der Baustelle

Putzarbeiten waren an der Tagesordnung. Jeden Abend putzten wir das Treppenhaus um die wahnsinnige Staubentwicklung für die Nachbarn halbwegs in Grenzen zu halten. Es gab Tage, da lag die Staubschicht bis zum Dachboden. Wir räumten den Baufirmen hinterher, sammelten den Dreck auf, der vom Balkon oder aus dem Fenster fiel. Aber auch das gründliche Putzen der Heizkörper vor dem Lackieren zum Beispiel überlässt man am besten nicht dem Bauazubi.

Eigenleistung gute Laune für die Bauleute und Nachbarn

Auch eine Art Eigenleistung war die Verpflegung der Mannschaft. Quasi die Baustellenausstattung neben den technischen Gerätschaften. Ohne Ende Limo- und Colaflaschen, Süssigkeiten in gigantischen Dimensionen beschafften wir regelmäßig und hielten die guten Geister so bei Laune. Auch die neuen Nachbarn wollten gepflegt werden. Schließlich hatten sie einiges auszuhalten mit Lärm und Dreck. So gab es immer wieder Gespräche und Baustellenbesichtigungen in einer Zeit, in der sie dafür eigentlich gar keine Zeit haben.

Eigenleistung Boden verlegen, Lackieren

Kurz vor dem Einzug verstärkte sich nocheinmal unser Eigenanteil. Der Boden wurde teilweise selbst verlegt, es gab Lackierarbeiten. Das Ganze zog sich dann noch eine ganze Weile nach dem Einzug hin. Bis heute fehlt noch eine Schiebetür, mehrere Lampen, Steckdosen und sonstige Kleinigkeiten.

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Ein Kommentar

  1. Olaf sagt:

    Wow, da habt ihr ja richtig viel selber gemacht auf der Baustelle bei der Sanierung. Boden verlegen traue ich mir ja auch zu, aber ansonsten denke ich eher, dass ich für die gute Laune sorgen kann. Trotzdem habe ich mir hier ein paar gute Tipps holen können. Danke

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