[Sanierung 1] Entkernung und Altlasten – Blognutzer

[Sanierung 1] Entkernung und Altlasten

Entkernung

Entkernen wollten wir eigentlich immer. Wir haben so viele sanierte Wohnungen besichtigt, dass wir bereits wußten, dass wir Plastikfenster und Plastikböden vermeiden wollten. Die Entkernung brachte viel Wegschmeißen mit sich, ein durchaus der Seele gut tuender Prozess. Wir lernten dass Gips, Tapetenreste oder, wie in unserem Fall, Röntgenkontrastmittel und uralte Feuerlöscher anders behandelt werden als Beton und Ziegel oder Holz. Wir gaben unsere 18 Türen immer paarweise am Recyclinghof ab, weil es dann kostenlos war. Und wir stellten fest, dass Entkernung Zeit braucht.

Altlasten

Wir buchten den Altlastenfachmann unseres Vertrauens. Mit ihm begingen wir die Wohnung. Er nahm das Objekt in Augenschein und warf seinen kritischen Blick auf die verklebten Linoliumfliesen aus den Sechzigerjahren sowie dem bröseligen Untergrund. PCB (war es zum Glück nicht) und Asbest lautete der Verdacht. Aus vielen vorherigen gemeinsamen Besichtigungen wussten wir, dass es noch viel mehr Altlastenverdachtsfälle gibt. Schimmel war immer mal ein Punkt, ebenso wie Holzschutzmittel. Wir haben zusammen Holzbock und Holzschwamm besichtigt und viele unkonventionelle Beseitigungsmethoden diskutiert. Ganz wild war ein Erlebnis in einem nicht unterkellerten Haus, zu dem wir bereits die Finanzierung in Händen hielten. Hier hielt der Sachverständige, eher beiläufig sein Gerät zur Messung von Feuchtigkeit in Wänden an eine Innenwand und entdeckt, dass hier die Bodenplatte wohl kaum mehr vollständig sein könnte und nicht mehr isolierte. Bis heute sind wir dankbar, dass wir in seine Anwesenheit investiert haben – ein Bruchteil dessen, was wir für die Sanierung hätten bezahlen müssen.

Asbest

Mit der Recherche der Bauunterlagen zum Objekt aus den sechziger Jahren entdeckten wir Planungen für Asbestböden in Küche und Bad. Nun war die Arztpraxis eh schon anders gebaut als geplant und die spannende Frage war, liegt es oder liegt es nicht. Fünf Räume waren verdächtig. Und so nahmen wir gezielte Bodenproben. Mit einem Wassersprüher beruhigten wir die Staubentwicklung und bohrten uns in einen undefinierbar krümeligen Bodenbelag. Der wurde eingeschickt und ergab zum Glück keinerlei Spuren des gefährlichen Baustoffes. Trotzdem übergossen wir alle Böden mit einer Fliessmasse, die jeglichen Staub unter sich vergrub. Der Versuch vor dem Einzug einen Staubsauger mit entsprechender Feinstaubfilterung auszuleihen scheiterte leider, so dass wir nur mit Abstauben der Wände, Nasswischen und dem üblichen Industriestaubsaugern evtl. Reste vertreiben konnten, natürlich immer bei offenem Fenster.

Blei

Zudem besaß die Arztpraxis einen Röntgenraum. Der ehemalige Arzt erzählte uns von verbleiten Wänden. Dies galt es zu überprüfen. Wir nahmen von allen Wänden und Böden Proben. An der Tür fanden wir tatsächlich eine dicke Bleiplatte, in den Wänden nicht. Aber der Boden beinhaltete Blei. Unser Labor verglich den Bleiwert mit dem Grenzwert für Sandkästen auf Spielplätzen und hielt ihn für unkritisch. Wir suchten nach bekannten Grenzwerten im Innenräumen und fanden wenig bis nichts. Dabei stießen wir auf eine interessante Verarbeitungstechnik für Metallschienen mit Befestigung mittels Blei. Das wird es wohl gewesen sein der Bleiwert. Denn die Metallschienen gab es für das fahrbare Röntgengengerät. Somit wurde der Boden im Raum komplett entfernt und neu aufgebaut. Damit sollten alle Bleispuren getilgt sein.

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2 Kommentare

  1. Mario sagt:

    Boden neu, weil zu viel Blei?

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