Phrasen der Immobilienmakler … – Blognutzer

Phrasen der Immobilienmakler …

… denen Sie nur in Ausnahmefällen Glauben schenken sollten.

Vorneweg möchte ich sagen, dass wir über die Jahre viele Objekte besichtigt haben und damit nahezu ebensoviele Makler. Nicht unerwähnt soll auch bleiben, dass es ab und zu auch nette und fachkompetente Makler/innen gab.

  1. Die größte Phrase ist sicherlich, dass der Preis des Objekte sehr günstig sei. Der Makler hat viele Objekte, die er anbietet unterschiedlichster Größe, Qualität und Lage. Sie hingegen haben einen Fokus entwickelt für ganz bestimmte Objekte in einer bestimmten Lage oder Größe. Sie haben den Marktüberblick durch das häufig langfristige Beobachten der Angebote am Markt. Somit verfügen Sie vermutlich über eine sehr seriöse Einschätzung der Marktpreises.
  2. Ähnlich verhält es sich mit der Phrase die Preise würden steigen. Oft angefügt, man solle nun kaufen, die Finanzierungsbedingungen seien nie besser gewesen. Seit vielen Jahren hören wir uns dies an. In der Zeit, in der wir versucht haben ein passendes Objekt zu finden, sind die Preise eher gesunken als gestiegen. Es gibt auch die Theorie, dass die Immobilienpreise im Vergleich zur Geld- und Gehaltsentwicklung über die letzten Jahrzehnte gesunken sind.
  3. Eine beliebte Phrase ist die gebotene Eile aufgrund der ach so hohen Nachfrage. Monatelang wurden die meisten Objekte inseriert und sehr oft haben wir Objekte zwei bis dreimal in den Onlinesystemen wiederauftauchen sehen. Mehrfach sind wir von Maklern nach längeren Zeiträumen angerufen worden, ob wir noch interessiert wären. Das wäre sicherlich noch viel öfter passiert, wenn wir nicht unsererseits bei den für uns klaren Fällen immer absagten. Zweimal haben wir hautnah miterlebt, dass gar nicht verkauft wurde. Einmal war es eine alte Dame, einmal ein gesetzlicher Vertreter, die die Verkaufsbemühungen wiederholt und erfolgreich ausbremsten.
  4. Eine weitere Phrase ist die der Alleinvertretung durch einen Makler. Manchmal sollte man meinen je schärfer dies in den Anzeigen formuliert wird, desto mehr muss man es bezweifeln. Sie werden mit mehrfacher Provisionszahlung bedroht, wenn Sie die alleinvertretenden Makler verwechseln. Oft genug taucht ein und das selbe Objekt mit unterschiedlichen Fotos und Beschreibungen in den Suchverzeichnissen auf. Manche Makler fühlen sich gar nicht angesprochen, wenn Sie versuchen über sie zu weiteren Informationen zu kommen, riefen beispielsweise erst gar nicht zurück. Ein Eigentümer erzählte, dass sich ein Maklerbüro einfach für zuständig erklärt habe und ihn damit „überfahren“ habe.
  5. Eine unbegreifliche Phrase ist auch, dass manch ein Makler die Finanzierung klären will. Manche bieten direkt ihre gute Kontakte zu Banken an. Nach unserer langen Suche war unsere Finanzierung lang geklärt. Geholfen hat das nie in dem Sinne, dass wir da irgendwie schneller oder bevorzugter behandelt worden wären.
  6. Man will sie oder eben nicht. Unklar blieb uns letztlich, warum die Makler keine Anschlusstermine mit eigenen Baufachleuten mögen und mit multiblen Phrasen zu verhindern suchten oder mit Auflagen wir Vorverträgen o.ä. verbanden.
  7. Man will sie oder eben nicht – Teil II. Die Phrase, dass kein Mensch jemals soviel wissen wollte wie Sie, ist besonders irritierend. Unklar bleibt, wie man denn die rechtlich eigentlich nötigen Vorinformationen bekommt, wenn Makler die erforderlichen Informationen nicht beibringen: Eigentümerprotokolle, Baugenehmigungen,
    Umwandlungsgenehmigungen, Schuldenfreiheitsbestätigungen. Und beachten Sie auch den regelmäßigen Satz, dass der Makler nicht für die dargestellten Informationen verantwortlich sei. Sie hingegen übernehmen mit dem Kauf die volle Verantwortung für das Objekt, übrigens auch für Altlasten. Darüber klärt sie der Notar bei der Vertragsunterzeichnung auf. Wir haben uns mit Objekten beschäftigt, die gar nicht bewohnt werden dürfen, die ohne Baugenehmigung ausgebaut wurden oder mit verschwiegenen Baumängeln.

Bleiben Sie mißtrauisch.

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Ein Kommentar

  1. Lieber Verfasser dieses Artikels,
    haben Sie erstmal vielen Dank für die Tipps, die Sie allen angehenden Immobilienmakler mit an den Weg geben, damit der zukünftige Immobilienmakler, so wie Sie es am Ende Ihres Textes erwähnen, schön dafür sorgt, dass immer mehr Leute über Immobilienmakler schlecht denken und jedes Mißstrauen auf jeden Fall berechtigt ist.

    Komische Gegensätze finden sich jedoch darin, dass viele gern die Tätigkeit des Immobilienmaklers selbst ausüben würden, seies Haupt- oder Nebenberuflich; im Gegenzug würden dieselben Leute jedoch, niemals einen Makler für die Anmietung oder den Kauf eines Objektes engagieren. Ist das nicht widersprüchlich?

    Diese ganzen Immobilienmakler Vorurteile basieren nämlich nur auf die Tatsachen, dass immmer mehr Leute davon ausgehen, dass Immobilienmakler für wenig Aufwand sehr, und zwar haufenweise, viel Geld verdienen. Und schon die Vorstellung, dass es so ist, kann ja nur bedeuten, dass die Immmobilienmaklertätigkeit sich ausschließlich in den Phrasen, die Sie erwähnen widerspieglen lässt. Anders kann es gar nicht sein.

    Bei den ganzen Immobilienmakler-Anti-Kampanen, die sich vermehrt anhäufen, wird jedoch das wichtigste an der Immobilienmakler Tätigkeit weggelasen – Undzwar der Punkt, dass der Job des Immobilienmaklers sich grundlegend von allen anderen Berufszweigen unterscheidet: Keiner würde auf die Bezahlung einer erbrachte Leistung verzichten, wenn die Leistung nicht zum Erfolg führt. z.B. Sie haben vor ein Unternehmen aufzubauen und eine Geschäftsidee zu verwirklichen – Dann nehmen Sie Kontakt zum Unternehmensberater auf. Der wird Ihnen direkt die erbrachte Serviceleistung in Rechung stellen, undzwar unabhängig davon, ob Sie nach fünf oder zehn Sitzungen, Ihre Idee umsetzen oder nicht. Für jeden Beratungstermin wird der Unternehmensberater Ihnen eine Rechnung ausstellen. Immobilienmakler tun das nicht. Sie müssen ihre Kosten decken, die Vermarktung und die Arbeit, die sie verrichten im Voraus tätigen, nichtwissend, ob sie für ihre Arbeit auch tatsächlich entlohnt werden. Denn der Immobilienmakler hat nur dann ein Anspruch auf seine Provision, wenn er nachweislich, das vom Kunden oder vom Auftraggeber vorgegebene Ziel erreicht – Also es aufgrund der Maklertätigkeit zum Miet- oder Kaufvertragsabschluss kommt.

    Würden Sie, der ja alle Phrasen der Immobilienmakler in und auswendig kennt, und allen Lesern klipp und klar zu erkennen geben möchte, dass ja angeblich so gut wie jeder Immobilienmakler so ist, wie Sie es beschreiben. Würden Sie auch für umsonst arbeiten, wenn ihnen die Entlohnung am Ende Ihrer Bemühungen nicht garantiert wird?

    Die Tätigkeit des Immobiienmaklers ist ein harter Job, weil man nicht weiß, ob man für seine Arbeit letzendlich entlohnt wird. Der Immobilienmakler hat jedoch im Gegensatz zu Laien die besten Kontakte und kennt sich in der Immobilienwelt bestens aus – aus dem einfachsten Grunde, dass der Makler tagtäglich mit Immobilien jeder Art zu tun hat und über viele Vermartungs- und Verhandlungserfahrungen verfügt.

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