Wo ist die Frischmilch geblieben? – Blognutzer

Wo ist die Frischmilch geblieben?

Früher, in der guten alten Zeit, gab es Schläuche und Dreieckstüten mit Mich. Eine zeitlang waren auch Milchflaschen modern. Wie auch immer verpackt, Milch war rund 3 Tage haltbar und musste schnell getrunken werden. Ansonsten drohte Dickmilch.
Heute gibt es im Discounter nur noch Tetrapacks und das Haltbarkeitsdatum zeigt 2-3 Wochen an. Was ist da los?
Diese Milchtüten tragen meistens den Aufdruck „länger haltbar“ und gehören zu der sogenannten ESL Milch. ESL steht für „extended shelf life“ und bedeutet so etwas wie längeres Leben.
Die längere Haltbarkeit bezieht sich dabei auf die ungeöffnete, gekühlte Packung. Sobald sie geöffnet wird, sollte sie, wie eh und je innerhalb einiger Tage verbraucht werden.
Die klassische Frischmilch trägt hingegen laut Herstellerangaben die Kennzeichnung „traditionell hergestellt“.
Der offizielle Unterschied besteht in der Behandlung der Rohmilch.

  • Frischmilch wird pasteurisiert. Die Milch wird bis zu 30 Sekunden auf rund 75°C erhitzt. Gekühlt ist die Milch anschließend 5-6 Tage haltbar.
  • ESL-Milch wird im Mikrofiltrationsverfahren oder mit Fallstromerhitzung behandelt.
    Beim Mikrofiltrationsverfahren wird zuerst der Rahm von der Milch abgetrennt, erhitzt und damit keimfrei gemacht. Die entrahmte Milch läuft durch Filter, dadurch werden unerwünschte Mikroorganismen abgetrennt. Anschließend wird sie pasteurisiert. Dann wird der Rahm je nach gewünschter Fettgehaltsstufe wieder zugesetzt.
  • Bei der Fallstromerhitzung, auch VTIS Verfahren genannt, wird die Milch langsam auf ca. 80°C erwärmt, anschließend für etwa 10-15 Sekunden mit Hilfe von Dampf auf 127°C (hoch-)erhitzt, dann sofort auf unter 90°C abgekühlt.
  • Daneben gibt es noch die Ultrahocherhitzung und die Sterilisation, der beispielsweise H-Milch unterzogen wir. Hier wird auf deutlich höhere Themperaturen erhitzt.

Stiftung Warentest hat Mitte 2011 verschiedene DSL- und Frischmilch getestet. Im Ergebnis sagt Warentest, dass DSL-Milch nicht viele Nachteile zu verzeichnen haben. Kalzium und Vitamine seien kaum reduziert. Geschmacklich erlaubte eine Verkostungen keine klare Zuordnung zu Frisch- oder DSL-Milch. Hier wie da war ein leichter Kochgeschmack feststellbar. Zwei von drei Milchen schneiden im Aussehen, Geruch, Geschmack und Nachgeschmack sehr gut ab.

WERBUNG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *